Facebook Follow Instagram Follow Youtube Follow

Test: Novation Circuit Tracks

tracks slideshow overheadDas Novation Circuit Tracks. Fotos: Novation

Circuit Tracks heißt die neue Groovebox von Novation. Was verbirgt sich hinter dieser kleinen und unscheinbaren Maschine? Wir haben es herausgefunden.

 

Die britische Synthesizer-Schmiede Novation ist keine Unbekannte auf dem Markt für elektronische Musik. Produkte wie MIDI-Controller, Synthesizer, Keyboards und Grooveboxen sind beliebt bei DJs und Producern und in vielen Studios heimisch. 2015 stellten die Briten mit dem Circuit ihre erste, DAW-unabhängige Groovebox vor. Sechs Jahre später steht der Nachfolger Circuit Tracks in den Startlöchern und bringt eine ganze Menge Verbesserungen und Weiterentwicklungen mit sich. 

 

Übersicht

Der Circuit Tracks ist so etwas wie eine kleine, eierlegende Wollmilchsau, denn mit diesem kompakten Gerät allein lassen sich schon beeindruckende Performances spielen. Wie auch schon beim Vorgänger sind dafür zwei polyphone Synth-Engines und vier Drum-Tracks an Bord. Neu hingegen sind die beiden MIDI-Spuren zur Ansteuerung externer Instrumente. Dabei stehen sowohl USB-MIDI über die integrierte USB C Schnittstelle als auch klassische MIDI-Buchsen zur Verfügung. Die restlichen Anschlüsse sind überschaubar: neben zweimal Line Out und Line In als 6,3 mm Klinkenanschluss gibt es noch einen Kopfhöreranschluss und einen Sync-Ausgang. Mit letzterem lassen sich andere Synthesizer mit einem analogen Puls synchronisieren. Ein Micro-SD-Kartenslot sowie ein Kensington Lock runden das ganze Bild der Anschlussseite ab. 

Bei der Kombination von Line Ins und dem SD-Kartenslot liegt die Vermutung nahe, dass sich mit dem Circuit Tracks angeschlossene Audioquellen direkt sampeln lassen, dem ist aber nicht so. Tatsächlich lassen sich die Line-Eingänge lediglich durchschleifen und mit den Effekten des Circuit Tracks belegen. So können externe Synthesizer genauso manipuliert werden wie die internen. 

Das Batteriefach des Vorgängermodells ist beim Circuit Tracks nicht zu finden, stattdessen wurde ein wieder aufladbarer Akku integriert. Sobald das Gerät per USB-C mit einem Ladegerät oder einem Computer verbunden ist, lädt der Akku automatisch.

 tracks slideshow side croppedDas flache und kompakte Design findet überall einen Platz.

Software

Über die SD-Karte lassen sich Circuit-Tracks-Packs importieren. Die Pakete bestehen aus Samples, Synth-Einstellungen und allen anderen Daten wie Patterns und Scenes. Wav-Dateien können leider nicht direkt importiert werden, sondern nur über die Software Components. Diese gibt es browserbasiert und als Standalone-Version und bietet alle erdenklichen Einstellungsmöglichkeiten. In der Software können Sample-Pakete beliebig bestückt und anschließend auf die SD-Karte des Tracks überspielt werden. Pro Pack können 128 Synth Patches und 64 Projects gespeichert werden. Mit dem integrierten Step-Sequenzer lassen sich Patterns mit bis zu 32 Steps erstellen, die dann wiederum zu Sequenzen mit bis zu 256 Schritten verkettet werden können – Und das pro Spur! Verschiedene Patterns lassen sich als Scenes abspeichern, wodurch sich spielend einfach Songs für eine Live-Performance arrangieren lassen. Mit der Probability- und der Mutate-Funktion lassen sich Pattern per Zufallsgenerator verändern und variieren. Die integrierte Effektsektion biete neben Hall- und Delay-Effekten auch einen Sidechain-Kompressor, der gerade für EDM unverzichtbar ist. 

 

Praxis

Äußerlich wirkt das Gerät sehr schick und elegant, weniger kantig wie sein Vorgänger. Neben 32 RGB-hintergrundbeleuchteten Performance-Pads finden sich auf dem Gerät auch 28 RGB-hintergrundbeleuchtete Tasten sowie acht Endlosdrehgeber mit RGB-Anzeige.

Diese fühlen sich erstaunlich wertig an, wenn man bedenkt, wie kompakt das Gerät ist. Die Potis sind gummiert, was für einen sicheren Halt sorgt, auch wenn man auf der Bühne mal ins Schwitzen gerät. Auch die Pads spielen sich angenehm und haben einen guten Druckpunkt, ebenso die Taster. 

tracks slideshow rear croppedGroße Anschlussvielfalt beim kleinen Circuit Tracks.Als Groovebox-Neuling muss ich mich erst einmal in das Bedienkonzept einarbeiten, was erstaunlich schnell von der Hand geht. Im Grunde ist es auch recht einfach: Der Circuit Tracks bietet acht Spuren oder Tracks, zwei Synth-Spuren für Basslines, Lead-Sounds, Flächen und dergleichen, zwei MIDI-Spuren, um externe Synthesizer zu triggern, und vier Drum-Spuren, die genau genommen einfach Sample-Spuren sind. Die Samples die Circuit Tracks auf letzteren Spuren abspielen kann, sind natürlich nicht auf Drumsamples beschränkt. Die einzelnen Sounds lassen sich über die Performance-Pads spielen oder in Sequenzen verschachteln. Sehr hilfreich ist die RGB-Beleuchtung, denn die Pads und Knobs ändern ihre Farbe, je nachdem welche Funktion sie gerade steuern. Sehr praktisch! Die acht Rotary Knobs kontrollieren standardmäßig Oszillatoren und Effektparameter, können aber je nach Bedarf auch andere Funktionen übernehmen. Wählt man beispielsweise den Mixer an, kontrollieren die Knobs wahlweise Lautstärke oder Panning der jeweils unterhalb angeordneten Spur.

 

Klang

Klanglich würde ich den Circuit Tracks wohl ebenfalls dem elektronischen Musik-Spektrum zuordnen. Die Sounds klingen durch die Bank sehr fett und komprimiert, was in elektronischer Tanzmusik natürlich mehr als gewünscht ist. Manch einer mag hier und da Dynamik vermissen, ich persönlich finde es aber für den gedachten Zweck völlig angemessen. Wer nach Synthesizer-Sounds für Vintage Groove Jazz sucht, wird vermutlich ohnehin lieber zum analogen Minimoog greifen. 

 

Fazit

Das Novation Circuit Tracks macht Spaß und kann ein mächtiges Werkzeug für die Produktion von elektronischer Musik sein. Dabei arbeitet es völlig losgelöst von DAWs oder Computern. Das übersichtliche Layout und Funktionen wie der integrierte Step-Sequencer und die Möglichkeit, mehrere Patterns in Scenes zu speichern, machen das Gerät aber auch durchaus bühnentauglich. Ob Besitzer des Circuits zwingend auf den Nachfolger umsteigen sollten, bleibt einem jeden selbst überlassen. Wer aber neu in der Welt von Novations Grooveboxen ist, dem sei das Circuit Tracks wärmstens empfohlen.

 

System: Windows, Mac-OS, Standalone

Preis (UVP): 389 Euro

Info: Novation

+ acht verschiedene Synth-, MIDI- und Drumspuren

+ innovatives Bedienkonzept

+ Step-Sequenzer und Sidechain-Kompressor

Tags: Groovebox, Musikproduktion

KEYS - Jahresausgaben

Tastenwelt Magazin - Akutelle ausgabe

KEYS - Aktuelle Ausgabe

Cover des aktuellen KEYS - Magazin

KEYS - Sonderhefte

KEYS Magazin - Sonderhefte

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.