Test: Zoom H4n Pro

Zoom hat seinen H4n neu aufgelegt und schickt ihn mit dem Namenszusatz „Pro“ erneut ins Rennen. Ob dieser gerechtfertigt ist, erfahren Sie im Test.

  • Zoom H4n Pro

  • Der Zoom H4n Pro bietet zwei Mikrofonkapseln in XY-Anordnung.

  • Links befinden sich einige Taster und Anschlüsse.

  • Auf der rechten Seite findet man den SD-Karten-Slot sowie Input-Level- und Menü-Taster.

  • Auf der Rückseite des H4n Pro befinden sich Speaker und Batteriefach.

 

Zoom hat seinen H4n neu aufgelegt und schickt ihn mit dem Namenszusatz „Pro“ erneut ins Rennen. Ob dieser gerechtfertigt ist, erfahren Sie im Test.

 

Die japanische Firma Zoom hat bekanntlich einige gute Recorder im Sortiment und zählt in diesem Bereich zu den Spitzenherstellern. Der H4n Pro mit einer UVP von 296 Euro soll den Siegeszug des beliebten H4n fortsetzen. 

 

Bauweise und Ausstattung

Wie einige andere Geräte von Zoom ist auch der H4n Pro mit einer gummiartigen Kunststoff-Beschichtung überzogen, die sich sehr angenehm anfühlt und für einen guten Grip sorgt. Auch die Verarbeitung des zweiteiligen Gehäuses geht bis auf minimale Spaltmaße völlig in Ordnung. Der Kopf des Gerätes besteht aus einem Metallblock, auf dem die beiden Kondensator-Mikrofone in XY-Anordnung angebracht sind. Wie schon beim H4n lassen sich auch hier die beiden Kapseln drehen, wodurch sich der Aufnahmewinkel von 90 auf 120 Grad verbreitern lässt – das sorgt für Flexibilität bei der Aufnahmeentfernung.  Für den Anschluss weiterer Mikrofone können die beiden verriegelbaren XLR/Klinke-Kombibuchsen auf der Unterseite mit zuschaltbarer Phantomspeisung genutzt werden. An den Seiten findet man die üblichen Anschlüsse und Bedienelemente: Remote-Buchse, 3,5-mm-Kopfhörer/Line-Anschluss, Lautstärkewippe, Hold, On/Off-Schalter, Menü-Taste, Input-Level sowie den SD-Karten-Slot (SD, SDXC). Durch die Software navigiert man mit einem – zur Auswahl von Menüpunkten – drückbarem und vertikal drehbarem Rad. Apropos Menü: Auch das Display hat ein Update erfahren und leuchtet nun in den Farben Weiß und Blau. 

 

Praxis und Klang

Klanglich überzeugt der H4n Pro auf ganzer Linie. Aufnahmen klingen kräftig, ausgewogen und klar. Dabei kann das Gerät nicht nur bei Instrument- oder Gesangsaufnahmen überzeugen: Auch auf der Jagd nach Sounds im Freien macht der Recorder eine gute Figur. Das Ganze geschieht darüber hinaus sehr rauscharm, womit Atmo-Aufnahmen auch ohne nervigen Kriselteppich auf die SD-Karte gebannt werden können. Bei lauten Konzert- oder Proberaumaufnahmen kann der H4n Pro ebenso punkten: Das Gerät verträgt einen maximalen Schalldruckpegel von 140 dB, wodurch es selten zu Übersteuerungen kommen dürfte. Lediglich Windeinfluss macht die Aufnahmen wie üblich unbrauchbar – hier wäre es schön, wenn zumindest ein Schutz aus Schaumstoff beigelegt würde. Dafür ist ein robustes Kunststoff-Case zur sicheren Aufbewahrung im Lieferumfang enthalten. Sehr praktisch ist die Möglichkeit, den Aufnahmewinkel von 90 auf 120 Grad verstellen zu können, da hierdurch bei Stereo-Aufnahmen mit kurzer Entfernung zur Schallquelle kein Loch in der Mitte entsteht und weiter entfernt immer noch ein breites Stereopanorama wahrnehmbar ist. Auf die internen Effekte sollte man, wenn es nicht unbedingt nötig ist, verzichten und die Nachbearbeitung am Computer erledigen. Hierzu legt der Hersteller LE-Versionen von Steinbergs Cubase und Wavelab bei. 

 

Fazit

Der H4n Pro ist mit einem momentanen Straßenpreis von 229 Euro eine regelrechte Kampfansage und zählt für mich ohne Zweifel zu den Top-Favoriten in diesem Preissegment. Die Verarbeitung kann überzeugen, der Klang sowie das Handling sind grandios und das Preis-Leistungs-Verhältnis absolut stimmig – alles, was man sich heutzutage von einem mobilen Vierspur-Recorder wünscht. 

Zoom H4n Pro

Preis (UVP): 296 EUR
Pro/Kontra: 
+ guter Klang
+ solide Verarbeitung
+ drehbare Mikrofonkapseln
Zum Vertrieb: www.sound-service.eu