Interview: Mario Putzar – Crowdfunding-Experte

Mario Putzar ist unabhängiger Musik-Crowdfunding-Berater und coacht sowohl Künstler als auch Labels, Verlage, Produzenten und Veranstalter zu den Möglichkeiten des Crowdfunding in der Musikwirtschaft. Das Beratungsspektrum reicht von der strategischen Vorbereitung über die Begleitung der Fundingphase bis hin zur Ergebniskontrolle von Musik-Crowdfunding-Kampagnen. Mehr Infos gibt es unter: www.musicandcrowdfunding.de

Mario Putzar ist unabhängiger Musik-Crowdfunding-Berater und coacht sowohl Künstler als auch Labels, Verlage, Produzenten und Veranstalter zu den Möglichkeiten des Crowdfunding in der Musikwirtschaft. Das Beratungsspektrum reicht von der strategischen Vorbereitung über die Begleitung der Fundingphase bis hin zur Ergebniskontrolle von Musik-Crowdfunding-Kampagnen. Mehr Infos gibt es unter: www.musicandcrowdfunding.de

 

KEYS: Herr Putzar, kann Crowdfunding der erste Schritt sein, eine Beziehung zu Fans aufzubauen?

Mario Putzar: Natürlich. Wenngleich es für eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne durchaus hilfreich ist, als Künstler auf eine existierende Fangemeinde zurückgreifen zu können. Das Crowdfunding sollte nicht der einzige Weg sein, eine Beziehung zu den Fans aufzubauen. Live-Auftritte, E-Mail-Newsletter und Aktivitäten in den sozialen Netzwerken gehören ebenso zum Werkzeug eines Künstlers. Die Wege zum Fan sind vielfältig.

 

KEYS: Wie erreiche ich meine Unterstützer?

Mario Putzar: Darüber sollten sich Künstler Gedanken machen, bevor sie eine Crowdfunding-Kampagne starten. Für den Erfolg ist das essenziell. Ein Weg ist die persönliche Ansprache der Fans über den E-Mail-Newsletter. Deshalb ist es wichtig für jeden Künstler, sich langfristig eine Mailingliste aufzubauen. Der direkte und persönlichste Weg ist allerdings das Live-Konzert. Auch hier kann man die Fans über das Crowdfunding informieren, beispielsweise mit professionellen Flyern. Sogar das Geldeinsammeln für ein Crowdfunding gelingt auf Konzerten bei guter Vorbereitung. Die Verbindung zwischen realer (Live-Auftritte) und Online-Welt (Crowdfunding, Social-Media, Internetseite, Mailingliste) muss gelingen, um nicht nur mit dem Crowdfunding, sondern auch als Künstler generell erfolgreich zu sein.

 

KEYS: Wie schätzen Sie die Bedeutung sozialer Netzwerke für eine Crowdfunding-Kampagne ein?

Mario Putzar: Die Erfahrung zeigt, dass die Aktivitäten in den sozialen Netzwerken nur bedingt Einfluss auf den Erfolg einer Kampagne haben. Dazu sind die Verbindungen auf diesen Plattformen einfach nicht intensiv genug. Für die Bereitschaft zur Unterstützung einer Kampagne braucht es eine engere, persönlichere Bindung zum Künstler, wie sie eher über Live-Auftritte oder E-Mail-Kommunikation aufgebaut werden kann. Wenn allerdings einflussreiche Fans oder sogar Künstlerkollegen in den sozialen Netzwerken die Werbetrommel rühren, kann das den Erfolg der Crowdfunding-Kampagne sicher fördern.

 

KEYS: Können Musiker mit Crowdfunding ihre Musik nachhaltig finanzieren?

Mario Putzar: Ich glaube ja. Künstler sollten eine Crowdfunding-Kampagne immer als Teil ihrer künstlerischen und finanziellen Strategie verstehen. Crowdfunding bedeutet zwar während der „heißen Phase“ der Kampagne immer eine extreme Arbeitsbelastung. Der Lohn dafür ist sowohl künstlerische als auch finanzielle Unabhängigkeit. Ich denke, das ist für viele Künstler heute sehr wichtig. Außerdem kann man sich ja für die gesamte Kampagne oder für bestimmte Phasen professionelle Hilfe holen.