Test: Fluffy Audio Simple Jazz Bass

Mit Simple Jazz Bass veröffentlicht Fluffy Audio eine Kontrabass-Library, die nicht wie oft üblich den orchestralen Sektor bedient.

Mit Simple Jazz Bass veröffentlicht Fluffy Audio eine Kontrabass-Library, die nicht wie oft üblich den orchestralen Sektor bedient.

Stattdessen eignet sich das Kontakt-Instrument – wie sich aus dem Namen bereits ableiten lässt –  für diejenigen, die auf der Suche nach dem Sound eines gezupften Jazz-Basses mit reichlich Attack sind.

Das Technische

Für das Instrument wurden 1240 Samples mit einer Samplerate von 48 kHz und einer Bittiefe von 24 Bit aufgenommen – NCW-komprimiert beanspruchen diese lediglich 370 Megabyte. Simple Jazz Bass bietet vier (auch per Keyswitch umschaltbare) Spielmodi: Polyphonic, Legato, Glissando und FX. Polyphonic ermöglicht das Spielen mehrerer Töne gleichzeitig, während Legato einzeln gespielte Noten miteinander „verbindet“. Bei aktiviertem Glissando wird das Gleiten auf dem Griffbrett ermöglicht. FX bietet schließlich Up- und Downslides. Um den Klang zu beeinflussen, stehen dem Nutzer in der unteren Hälfte der Bedienoberfläche Regler zum Mischen der beiden Mikrofonpositionen sowie für den (sehr dezenten) Hall zur Verfügung. Momentan verursacht dieser einen Volume-Bug beim Wechseln von Presets, an diesem Problem wird laut Hersteller jedoch bereits gearbeitet. Auf der Seite „Instrument Settings“ kann der Nutzer schließlich Einstellungen für die Engine, Round Robins, Attack, Release, Legato und Kompression vornehmen.

Klang

Beim Programmieren der ersten Bassline kam Freude auf: Das Instrument klingt authentisch und wer ein bisschen Zeit in das Erstellen beziehungsweise Einspielen der MIDI-Files steckt, erhält überaus realistische Ergebnisse. (Dosierbare) Greif- und Release-Geräusche sowie einige Samples, die geslappte oder gemutete Saiten spielbar machen, verstärken diesen Eindruck. Vier Dynamic Layers und drei Round Robins pro Ton verhindern ungewollten mechanischen Klang.
Der Sound der Library kann als warm, voll und natürlich beschrieben werden. Das rührt daher, dass der Korpus des Basses während der Aufnahme resonieren konnte. Dennoch tönt das Instrument stets definiert und keineswegs mulmig. Der Jazz-typische Attack mit Saitenschnarren auf dem Grifbrett wird detailliert abgebildet. Die beiden Mikrofonpositionen erlauben subtile Veränderungen des Klangcharakters: Mic 2 liefert einen eher schneidenden, direkten Sound, während bei Mic 1 mehr Raum- und Korpusanteil zu hören ist. Hinsichtlich der Qualität gibt es keinen Grund zur Beanstandung, die Samples wurden allesamt sauber und ohne Störgeräusche aufgenommen.

FAZIT

Fluffy Audio beweist ein Mal mehr, dass guter Klang nicht unbedingt ein Vermögen kosten muss. Mit einem Preis von lediglich 49 Euro sei dieses Kontakt-Instrument jedem Jazz- und Bass-Liebhaber wärmstens empfohlen.

Fluffy Audio Simple Jazz Bass

Preis (UVP): 49 EUR 
Pro/Kontra: 
+ warmer, voller Klang 
+ glaubhafte Ergebnisse 
+ Preis