Test: Sonokinetic Maximo – Sample-Library

Sonokinetic bietet mit auf musikalischen Phrasen basierenden Librarys und künstlerischen Benutzeroberflächen einen erfrischenden Ansatz in der Welt der Orchestersamples. In Maximo geht es um epische Filmmusik- oder Trailerkompositionen mit kraftvollen Phrasen von Streichern, Blech- und Holzbläsern.

Sonokinetic Maximo

Sonokinetic bietet mit auf musikalischen Phrasen basierenden Librarys und künstlerischen Benutzeroberflächen einen erfrischenden Ansatz in der Welt der Orchestersamples. In Maximo geht es um epische Filmmusik- oder Trailerkompositionen mit kraftvollen Phrasen von Streichern, Blech- und Holzbläsern.

 

Maximo läuft unter dem kostenlosen NI Kontakt Player oder der Vollversion ab Versionsnummer 5.1 und bietet einen umfassenden Samplepool von 36,3 GB, wahlweise in 16- oder 24-Bit-Auflösung. Mit einer beeindruckend breiten Ensemblegröße von 60 Streichern, 22 Blech- und 19 Holzbläsern wird die nötige Größe und Strahlkraft für das Genre transportiert. Die 162 Phrasen wurden im 4/4-Takt in Tempi zwischen 120 und 130 BPM aufgenommen und laufen automatisch synchron zum Hosttempo, was im praxisnahen Bereich zwischen 90 und 180 BPM stets natürlich klingt. Die vier Mikrofonpositionen Close, Decca Tree, Wide und Balcony fangen den natürlichen Raumklang des Orchestersaals überzeugend ein. Wahlweise lassen sich eigene Mischungen mit jeweils zwei Positionen gestalten oder man nutzt die ressourcenschonende Stereomischung der Lite-Patches. 

 

Praxis und Klang

Das eigenwillige Bedienkonzept mit zahlreichen Steuerungsmöglichkeiten per Keyswitch erfordert eine gute Einarbeitung. Um eine Phrase zum Klingen zu bringen, muss auf der Klaviatur mit der linken Hand ein Dreiklang gespielt werden. Harmonisch eindeutige Phrasen wurden sowohl in Dur als auch in Moll chromatisch aufgenommen, mit der Harmonic-Shift-Funktion lassen sich spielend leicht Akkordwechsel passend zur Grundtonart realisieren und wie eine Tonleiter auf der Tastatur spielen. Auch wenn das Konzept einer Phrasen-Library gewisse Einschränkungen mit sich bringt, bietet Maximo genügend Möglichkeiten für den kreativen Einsatz und spielerischen Umgang mit den musikalischen Motiven. Das Orchester lässt sich – auch dynamisch per Modulationsrad – in gewisser Weise leiten, selbst wenn man keinen Einfluss auf den melodischen Verlauf der Phrasen erhält. Wer einzelne Phrasen mit weiteren Klängen doppeln möchte, kann entsprechende MIDI-Dateien direkt von der Benutzeroberfläche in den Sequencer ziehen. Die hervorragende Klangqualität des Orchesters wertet jedes Arrangement auf: Die Phrasen stehen mit ihrer großen Bandbreite zwischen heldenhaften Fanfaren, großen Harmonien, kraftvollen Rhythmen oder magischen Arpeggien traditionellen Multisamples ergänzend und unterstützend zur Seite oder inspirieren zu neuen Ideen.

 

Fazit

Maximo zeigt, wie ein echtes Orchester klingt. Mit räumlichem, produktionsfertig gemischtem Klang und musikalischen Darbietungen voller Leben und Intensität erweitert Maximo die Möglichkeiten traditioneller Multisamples. Die Library kann als Ideengeber oder unterstützende Ergänzung im eigenen Arrangement fungieren. Dem Hersteller gelingt eine gesunde Mischung aus sehr markanten und charakteristischen Phrasen mit hohem Wiedererkennungswert und eher neutralen Motiven, die sich dem eigenen Arrangement unterordnen.

 

Sonokinetic Maximo

Preis (UVP): 302 EUR
System: 
Win, Mac
Native Instruments Kontakt 5 Player
Pro/Kontra: 
+ Klangqualität
+ kreativer Umgang mit Phrasen
+ natürlicher Raumklang
+ kompatibel mit kostenlosem Kontakt 5 Player

 

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