Das nervt, wenn man keine Zeit zum Musik­ Machen hat!

Liebe Leute, heute gibt es mal keine Kolumne. Sicherlich werden Sie sich fragen, warum. Ganz einfach: weil ich den kompletten letzten Monat nicht ein einziges Mal dazu gekommen bin, Musik zu machen und folglich einfach nichts zu erzählen habe …


Tatsächlich war in den letzten Wochen nicht mehr drin als ein bisschen Musik hören zwischendurch. Ein riesiger Stapel (nicht musikalischer) Arbeit, Steuern erledigen und zu allem Überfluss auch noch eine anständige Grippe, die mich fast eine volle Woche außer Gefecht gesetzt hat. In der letzten Zeit habe ich tatsächlich keinen einzigen Akkord gespielt und auch keinen Regler bewegt. Das merke ich jetzt aber auch.

Ein Leben ohne Musik? Undenkbar

Ich weiß ja nicht wie es Ihnen geht, aber ich werde immer ganz furchtbar unausgeglichen, wenn ich längere Zeit keine Musik mache. Ich merke dann immer an allen Ecken und Enden, dass ich den musikalischen Ausgleich zum Alltag dringend brauche. Wenn mir dieses Ventil mal aus irgendeinem Grund fehlt, dann bin ich echt ein anderer Mensch. In der Regel bekommt es das direkte Umfeld dann als erstes zu spüren. Meine Frau hat mir vor ein paar Tagen schon recht eindringlich ans Herz gelegt, mich doch endlich mal wieder im Studio einzuschließen. Vermutlich hauptsächlich, um ihren derzeit ständig nörgelnden Ehemann für ein paar Stunden los zu sein. Kann ich ihr noch nicht mal verübeln. Ich würde mich dann auch los werden wollen …

Andere machen Sport, lesen ein Buch, gehen einkaufen oder unternehmen was auch immer, um sich zu entspannen oder wieder auf ein gesundes seelisches Normal-Level zu bringen. Bei mir ist es halt die Musik. Manchmal reicht es aus, ganz laut Musik zu hören. Aber besser noch ist es, selbst Musik zu machen.

Ich habe das in der Vergangenheit bei mir schon öfter beobachtet. Wenn ich besonders unter Stress stand, besonders traurig, glücklich oder genervt war … Ein oder zwei Stunden auf die Tasten des E-Pianos hämmern oder neue Sounds kreieren und schon bin ich wieder die Ruhe selbst. Oft reichen schon ein paar Minuten bis ich merklich ausgeglichener werde. Ich kann dann förmlich spüren, wie der Stress abfällt und wie sich meine Laune schlagartig verbessert. Das funktioniert zumindest bei mir in 9 von 10 Fällen!

Musik machen als Therapie

Schon komisch, wie sehr einen das beeinflussen und verändern kann. Das Gute ist aber: Die stressige Zeit ist jetzt erst einmal vorbei und damit auch die musikfreie Phase. Gleich heute Abend werde ich den Rat meiner Frau befolgen und mir eine Nacht voller schöner, spielerischer und heilsamer Unproduktivität inmitten meiner echten und virtuellen Instrumente gönnen. Ganz ohne Druck, einfach nur spielen. Und mit etwas Glück, kommt am Ende sogar noch etwas Brauchbares dabei heraus. Und selbst wenn nicht, dann ist es auch egal. Denn schließlich geht es heute ja eher um den therapeutischen Effekt. Und jetzt gab es am Ende dann sogar doch noch eine Kolumne.

Der Autor

Sascha Beckmann ist studierter Journalist und arbeitet als freier Redakteur und Autor. Neben dem Schreiben für Magazine und Unternehmen ist er immer wieder auch als Musiker und Komponist in verschiedenen Projekten tätig. Bei seiner Arbeit für KEYS kann er beide Leidenschaften perfekt miteinander verbinden.



Diesen und weitere Artikel finden Sie in der Ausgabe 03/17.