Welche Vor- und Nachteile bietet ein dynamisches Mikrofon?

Das dynamische Mikrofon ist der wohl bekannteste Mikrofontyp. Speziell auf Bühnen wird es gerne verwendet. Warum das so ist, wie es funktioniert und welche Vor- und Nachteile es bietet, erfahren Sie hier.

 

Dynamisches Mikrofon: Shure SM58
Ein dynamisches Mikrofon, das auf fast jeder Bühne vornehmlich für den Gesang zu finden ist: das Shure SM58.

Das dynamische Mikrofon ist der wohl bekannteste Mikrofontyp. Speziell auf Bühnen wird es gerne verwendet. Warum das so ist, wie es funktioniert und welche Vor- und Nachteile es bietet, erfahren Sie hier.   

So funktioniert ein dynamisches Mikrofon

Unter einem dynamischen Mikrofon – oder Tauchspulenmikrofon – versteht man einen Schallwandler, der den auf der Membran auftreffenden Schall über Induktion in elektrische Spannung wandelt. An der Membran ist dazu eine dünne, möglichst leichte Spule befestigt, die sich frei schwingend im Magnetfeld eines Permanentmagneten bewegt. Die Spule taucht in einem dünnen Schlitz sozusagen in das Feld des Magneten ein – deshalb auch die Bezeichnung Tauchspulenmikrofon. Sobald sich die Membran durch auftreffenden Schall in Bewegung setzt, induziert die an der Membran befestigte Spule eine Spannungsänderung.

Shure SM57
Das Shure SM57: ein robuster Klassiker unter den dynamischen Mikrofonen // Foto: Shure

Die Vorteile ...

Bei diesem Mikrofontyp werden keine nachträgliche Impedanzanpassung und auch keine Symmetrierung benötigt, da beides durch die Dimensionierung und Verschaltung der Spule erreicht werden kann. Zudem benötigt es keine zusätzliche Stromversorgung (Stichwort: 48V-Phantomspeisung) wie das Kondensatormikrofon. Außerdem gelten die meisten dynamischen Mikrofone, wie etwa das Shure SM57, als sehr robust gegenüber mechanischen Einflüssen und werden daher bevorzugt auf der Bühne eingesetzt. Auch, weil sie nicht so anfällig gegen Rückkopplungen sind. 

Kurz: 
• keine nachträgliche Impedanzanpassung/Symmetrierung notwendig
• keine zusätzliche Stromquelle nötig
• robust
• rückkopplungsarm

... und Nachteile eines dynamischen Mikrofons

Die Nachteile ergeben sich aus der relativ hohen Masse der Membran und der anhängenden Spule. Denn der Schall muss diese Masse erst einmal in Bewegung versetzen, damit sich die Spannung ändert. Dynamische Mikrofone weisen daher eine geringere Empfindlichkeit auf als etwa Kondensatormikrofone. Sie sind im Einschwingverhalten träger, deshalb leidet die Impulstreue. Feine Details werden unter Umständen nicht erfasst. Hochfrequenten, leisen Signalen fehlt die Energie, um das träge Membran-Spule-System in Schwingung zu versetzen. Deshalb ist der Übertragungsbereich meist nicht so hoch wie bei einem Kondensatormikrofon. Aufgrund des elektromechanischen Prinzips ist es bei unzureichender mechanischer Entkopplung zudem anfällig für Körperschallübertragung.

Kurz: 
• träger, daher weniger impulstreu
• schwach bei der Aufnahme von Feinheiten
• geringerer Übertragungsbereich als andere Mikrofone
• anfällig für die Übertragung von Körperschall

Wann setze ich ein dynamisches Mikrofon ein?

Dynamische Mikrofone eignen sich gut für die Abnahme lauter Schallquellen wie:
• Bassdrums
• Toms
• Bläser
• Gitarren-Amps
• Bass-Amps
• Live-Vocals

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Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Special der Ausgabe 08/15.