Das nervt, wenn Social Media zur Belastung wird!

Ja, ja, Social Media ist wichtig. Auch und vor allem für Musiker. Keine Frage. Aber schon nach kurzer Zeit fängt diese ganze Welt aus Likes, Tweets und Klicks gewaltig an, mich zu nerven.

Das nervt, wenn Social Media zur Belastung wird!

Ja, ja, Social Media ist wichtig. Auch und vor allem für Musiker. Keine Frage. Aber schon nach kurzer Zeit fängt diese ganze Welt aus Likes, Tweets und Klicks gewaltig an, mich zu nerven.

Ein Freund von mir ist Schauspieler und Musiker. Gefühlte zehn Mal hat er sich inzwischen schon bei sämtlichen Social Media-Portalen und sogar bei Whatsapp an- und kurz danach wieder abgemeldet. Zwar schiebt er das gerne auf technische Schwierigkeiten mit Computer und Smartphone, tatsächlich aber hat er schon mal durchblicken lassen, dass ihn der ganze Kram nach einer gewissen Zeit schlichtweg überfordert. Ich muss zugeben, dass ich das bis vor kurzem noch etwas mitleidig belächelt habe. Inzwischen weiß ich aber ganz genau, was er meint.

 

Facebook für Musiker

Soziale Medien sind vor allem für eines gut: Netzwerken. Wenn man zum Beispiel irgendwo einen Song veröffentlicht, möchte man das natürlich so vielen Menschen wie möglich mitteilen. Dafür bietet sich eine Band-/Projektseite bei Facebook an. Und natürlich dachte ich, man könnte eine solche auch ganz unproblematisch erstellen. Falsch gedacht! Um eine Facebook-Seite zu erstellen, muss man sich zuerst als Person anmelden. Und kaum hatte ich das getan, lagen auch schon die ersten Freundschaftsanfragen in meinem Postfach und das Schicksal nahm seinen Lauf. Hier noch ein Schulfreund, da noch ein Kollege. Eigentlich alles ganz spannend. Und das Ende vom Lied? Ich fühle mich jeden Tag genötigt, alles zu lesen, was an irgendeiner Stelle geschrieben, geliked oder geteilt wird. Einfach, weil ich sonst das ungute Gefühl habe, nicht ausreichend informiert zu sein.

 

 

Die längste Timeline der Welt

Bei Twitter finde ich das sogar noch schlimmer. Eigentlich bekommt nur Follower, wer mindestens zwei bis drei sensationelle Tweets pro Tag absetzt. Wenn ich aber nur alle Jubeljahre mal einen Song oder Ähnliches promoten will, dann führt man recht schnell Selbstgespräche. Meine wenigen hartgesottenen Follower warten vermutlich schon seit Wochen darauf, dass ich endlich mal etwas Gehaltvolles schreibe. Stattdessen verfolge ich aber lieber die neusten Nachrichten aus aller Welt, der Musikindustrie oder meines Lieblingsvereins. Ich werde sofort informiert, sobald eine neue Drei-Fragezeichen-Folge veröffentlicht wird oder wenn es bei Amazon Prime eine neue spannende Serie zu sehen gibt. Das Abarbeiten meiner diversen Timelines artet mitunter in echte Arbeit aus. Nebenbei noch eigene Inhalte generieren? Daran ist überhaupt nicht zu denken!

 

 

Segen und Fluch zugleich

Einerseits ist das ja wirklich nützlich. Facebook, Twitter, Instagram und Co. liefern dir definitiv die schnellsten Nachrichten der Welt. Wenn in China ein Sack Reis umfällt, erfährt man es in den sozialen Medien immer zuerst. Andererseits muss ich ständig neu filtern, um nicht wegen Reizüberflutung das letzte bisschen Verstand zu verlieren. Und egal, wie viel ich lese, am Ende bleibt immer das Gefühl, trotzdem etwas verpasst zu haben. Zu allem Überfluss hat mich dann vor ein paar Tagen auch noch jemand angestubst! Da ist mir dann wirklich fast die Hutschnur gerissen und ich hatte den Mauszeiger schon mit zitternden Händen über den „Account löschen“-Button. Habs aber dann doch nicht gemacht. Stattdessen nehme ich mir jetzt zwischendurch immer mal wieder eine Auszeit von der digitalen Netzwerkerei. So wie jetzt. Ich werde das Smartphone und den Computer abschalten und einfach mal in meinem ganz persönlichen Tempo die aktuelle KEYS-Ausgabe durchlesen. Ganz gemütlich. Gleich nachdem ich überall gepostet habe, dass es eine neue „Das nervt“-Kolumne gibt …

 

 

Der Autor

Sascha Beckmann ist studierter Journalist und arbeitet als freier Redakteur und Autor. Neben dem Schreiben für Magazine und Unternehmen ist er immer wieder auch als Musiker und Komponist in verschiedenen Projekten tätig. Bei seiner Arbeit für KEYS kann er beide Leidenschaften perfekt miteinander verbinden.

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Diesen und weitere Artikel finden Sie in der Ausgabe 10/16.