Das nervt, wenn Musikmachen nicht ohne Rauchen funktioniert!

Ich denke gerade ernsthaft darüber nach, mit dem Rauchen aufzuhören. Viele meiner Freunde haben den Schritt in den letzten Jahren bereits vollzogen und sind sich relativ einig: Am schwierigsten ist es, wenn man abends beim gemütlichen Bier auf die Zigarette verzichten muss. Tatsächlich aber graut es mir viel mehr vor dem Musik machen, ohne dabei zu rauchen.

Ich denke gerade ernsthaft darüber nach, mit dem Rauchen aufzuhören. Viele meiner Freunde haben den Schritt in den letzten Jahren bereits vollzogen und sind sich relativ einig: Am schwierigsten ist es, wenn man abends beim gemütlichen Bier auf die Zigarette verzichten muss. Tatsächlich aber graut es mir viel mehr vor dem Musik machen, ohne dabei zu rauchen.

Keine Frage: Es ist ungemütlich geworden für Raucher. In den eigenen vier Wänden rauchen schon seit Jahren nur noch die ganz Hartgesottenen. In Kneipen und Diskotheken herrscht sowieso überall striktes Rauchverbot. Wo man sich vorher durch einen dichten Rauchnebel kämpfen musste, riecht es jetzt nicht selten nach Toilette oder Schweiß. Was besser ist, sei an dieser Stelle mal dahin gestellt. Fakt ist aber, dass es den wenigen verbliebenen Rauchern so ungemütlich wie möglich gemacht wird. Wir haben in der Nähe eine Diskothek, in der man zum Rauchen in einer Art Raucherzwinger im Innenhof zusammengepfercht wird. Spaß sieht definitiv anders aus.

Im Nebel liegt die Inspiration

Aber noch schlimmer ist für mich die Vorstellung, beim Musik machen nicht mehr rauchen zu können. Die rauchenden Musikerkollegen werden vielleicht verstehen, was ich meine. Wenn man eine geniale Passage im Song fertiggestellt hat, sie in einer Endlosschleife ganz laut abspielt, sich dabei gemütlich zurücklehnt und eine Kippe anmacht. Oder der völlig vernebelte Proberaum, in dem man nach der gelungenen Wochenend-Session kaum noch seine Hand vor Augen sehen kann. Das gehörte für mich irgendwie schon immer dazu. Auch gibt es diese Phasen, in denen man sich musikalisch scheinbar nur noch im Kreis dreht und die zündende Idee erst nach der Zigarettenpause kommt. Hier frage ich mich ernsthaft, ob ich es irgendwie schaffe, diese Rituale so zu ersetzen, dass ich nicht ständig das Gefühl habe, auf etwas Wichtiges verzichten zu müssen.

Das rauchfreie Studio

Vor zwei Jahren haben wir Studio und Arbeitszimmer komplett renoviert und daraufhin hatte ich beschlossen, darin nicht mehr zu rauchen. Das ist natürlich auch gut so, denn die Luft ist besser für die Stimmbänder und die oft empfindliche Studiotechnik wird es mir vermutlich ebenfalls danken. Dass ich seitdem darin signifikant weniger Musik mache, lässt sich statistisch aber auch nicht von der Hand weisen. Stattdessen arbeite ich jetzt deutlich öfter mit Laptop und Co. an Orten, an denen ich zumindest schnell mal zwischendurch zum Rauchen rausgehen kann. Das war irgendwie auch nicht Sinn der Sache. Ich habe das große Glück, dass wir einen ausgebauten Dachboden im Haus haben, den wir offiziell zum Rauchen freigegeben haben. Tatsächlich habe ich mich bereits dabei erwischt, wie ich ernsthaft darüber nachdachte, mit meinem Studio-Equipment einfach nach oben umzuziehen. Völlig verrückt!

Es wird ernst

Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen bin ich vom Kopf her mittlerweile so weit, dass ich diese mir selbst auferlegten Zwänge endlich ablegen will. Ja, ja, und natürlich weiß ich auch, dass Rauchen furchtbar ungesund ist. Wie dem auch sei, es ist beschlossene Sache. Ich werde mit dem Rauchen aufhören! Gleich morgen. Oder nächste Woche. Auf jeden Fall ganz bald! Ich werde berichten …


Was sind Ihre Erfahrungen mit dem Rauchen und Musik Machen? Auf der Seite unseres Autoren können Sie es uns mitteilen. 

Der Autor

Sascha Beckmann ist studierter Journalist und arbeitet als freier Redakteur und Autor. Neben dem Schreiben für Magazine und Unternehmen ist er immer wieder auch als Musiker und Komponist in verschiedenen Projekten tätig. Bei seiner Arbeit für KEYS kann er beide Leidenschaften perfekt miteinander verbinden.

Diesen und weitere Artikel finden Sie in der Ausgabe 06/16.